Traditionsverband der aktiven und ehemaligen Soldaten
des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung
und seiner Förderer, sowie der ehemaligen Angehörigen und Freunde
der in der Tradition stehender Garde-Regimenter

FORUM


Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung


Auftrag

Das Wachbataillon wurde als einer der ersten Verbände der Bundeswehr am 15. Februar 1957 aufgestellt; in den Jahren seit Gründung der Bundesrepublik hatte der Bundesgrenzschutz die Aufgabe des protokollarischen Ehrendienstes wahrzunehmen. Das Wirken und die Einsätze des WachBtl BMVg richten sich nach dem internationalen Zeremoniell. Musikalische Unterstützung erhält das Wachbataillon dabei in der Regel vom Stabsmusikkorps der Bundeswehr oder vom Musikkorps der Bundeswehr. Zu den öffentlichkeitswirksamsten Auftritten des Wachbataillons zählt das jährliche Rekrutengelöbnis am 20. Juli zum Gedenken an das Attentat vom 20. Juli 1944, das seit 1999 im Bendlerblock und seit 2008 auf dem Platz der Republik abgehalten wird.



Internes Verbandsabzeichen
Aufstellung 15. Feb. 1957
Organisationsbereich Streitkräftebasis
Truppengattung Jägertruppe (Heeresanteil)
Unterstellte Truppenteile 7 Kompanien, 2 Kompanien (NA)
Stärke 1030 Soldaten/innen
Unterstellung Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr
Standort Berlin
Motto Semper talis (Stets die Gleichen)
Marsch Yorckscher Marsch


Organisation

Das Wachbataillon wurde letztmalig zum 01.10.2014 umgegliedert. Seither beträgt die Sollstärke 1030 Soldatinnen und Soldaten. Es ist noch immer das mit Abstand größte Bataillon der Bundeswehr. Es ist seit 2014 nur noch in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin-Mitte stationiert. Seit 2001 ist es dem Organisationsbereich der Streitkräftebasis unterstellt. Ihm gehören Soldaten an, die die Uniformen aller drei Teilstreitkräfte Heer,Marine und Luftwaffe tragen. Das Bataillon ist in sieben Kompanien gegliedert. So gibt es eine Stabs- und Versorgungskompanie, vier Heereskompanien und je eine Luftwaffen- und 1 Marinekompanie. reine Sicherungskompanie. Bis März 1995 bestand in Bergisch Gladbach die Wachausbildungskompanie 902 (bis 1982 Wachausbildungskompanie 708), die für die Grundausbildung der Heeres- und Marinesoldaten im Wachbataillon zuständig war. Sie wurde mit Verlegung nach Berlin am 1. April 1995 als 7./WachBtl BMVg in den Protokolldienst eingebunden. Ebenso standen dort die 2./WachBtl BMVg - Protokoll- und Sicherungskompanie Heer -, die gemeinsam mit der 7./- nach Schließung der Kaserne nach Berlin bzw. Siegburg verlegt wurden. Bereits im März 1991 wurde die 3./WachBtl BMVg Protokoll- und Sicherungskompanie Heer aus der Hermann-Löns-Kaserne in Bergisch Gladbach in die Brückberg-Kaserne in Siegburg verlegt. Alle Protokollkompanien dürfen nach einer bestandenen Protokollbesichtigung durch den Bataillonskommandeur, in der die Soldaten/innen ihre protokollarischen Fähigkeiten zeigen und bei Bedarf wiederholen müssen, im protokollarischen Ehrendienst mitwirken.



Kompanie Kompanieart Zuordnung stationiert in
1./WachBtl BMVg Stabs- und
Versorgungskompanie
Heer Berlin
2./WachBtl BMVg Wachkompanie Heer Berlin
3./WachBtl BMVg Wachkompanie Heer Berlin
4./WachBtl BMVg Wachkompanie Marine Berlin
5./WachBtl BMVg Wachkompanie Luftwaffe Berlin
6./WachBtl BMVg Wachkompanie Heer Berlin
7./WachBtl BMVg Wachkompanie Heer Berlin
8./WachBtl BMVg Wachkompanie (NA) Heer
Luftwaffe
Marine
Berlin
9./WachBtl BMVg Wachkompanie (NA) Heer
Luftwaffe
Marine
Berlin



Nachwuchsgewinnung und Ausbildung

Das Wachbataillon ist für seine fordernde Ausbildung sowie seine strikte militärische Disziplin und seinen hohen Korpsgeist bekannt. Der Ablauf von Großen Zapfenstreichen, öffentlichen Gelöbnissen, Empfängen mit militärischen Ehren und anderen protokollarischen Ritualen und Zeremonien wird intensiv geübt. Zum protokollarischen Ehrendienst im Wachbataillon werden nur Soldaten benötigt, die eine Körpergröße von 175 cm bis 200 cm, sowie keine sichtbaren Sehhilfen benutzen und eine allgemeine Fitness aufweisen. Die Soldaten/innen dieses Verbandes erhalten eine spezielle Ausbildung im Marschieren in Formationen und in der Handhabung des Karabiners. Neben der Protokollausbildung erhalten die Soldaten/innen eine Ausbildung, die Gemeinsamkeiten mit denen der Jägertruppe aufweist. Die Soldaten im niedrigsten Dienstgrad in den „Heereskompanien“ des Wachbataillons bekleiden den Dienstgrad Schütze. Seit dem 29.10.2010 sind Frauen für die fordernde Ausbildung am Karabiner 98 k zugelassen.





Ausrüstung

Bewaffnung: Die Bewaffnung des Wachbataillons entspricht der einer normalen Infanterieeinheit der Bundeswehr, wobei auf schwere Waffen (z. B. Mörser) oder gepanzerte Waffenträger (Wiesel) noch verzichtet wird. Anders als Repräsentationsverbände vieler anderer Staaten verwendet das Wachbataillon für zeremonielle Anlässe keine aktuellen Sturmgewehre, sondern den Karabiner K98k aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die eingesetzten Exemplare sind nicht mehr schussfähig. In seinem Auftrag zur Sicherung des Ministeriums und der Bundesregierung verwendet das Wachbataillon hingegen die übliche Bewaffnung der Bundeswehr. Seit 2006 ist das Wachbataillon außerdem mit 10 Feldhaubitzen 105 mm ausgerüstet, um damit gemäß internationalem Protokoll Salutschüsse zur Ehrung entsprechender Würdenträger abgeben zu können. Der Salutauftrag oblag vorher einem normalem Artilleriebataillon, von dem auch die Geschütze übernommen wurden.


Wachbataillon der Bundeswehr beim Bundesministerium der Verteidigung

Soldaten des "Wachbataillons der Bundeswehr" beim Bundesministerium der Verteidigung während einer Parade in Rom (Italien), Urheber: Jollyroger, CC-BY-SA-2.5




Uniform: Die Dienstanzüge des Bataillons entsprechen im Wesentlichen den Uniformen der Teilstreitkräfte. Im Regelfall werden die Rekruten auch mit Dienstanzügen aller drei Teilstreitkräfte ausgestattet. Als Besonderheit tragen die Soldaten im Dienstanzug Ausführung Heer und Luftwaffe ein Ärmelband mit der Aufschrift Wachbataillon. Ein entsprechendes Ärmelband mit dem Namen ihres Verbandes tragen im Heer ansonsten nur die Angehörigen der Panzerlehrbrigade 9.

Ärmelband des Wachbataillons

Ärmelband des Wachbataillons, Urheber: Scargill, CC-BY-3.0



Zur Luftwaffenuniform und zum Marinefeldanzug tragen die Soldaten kein Schiffchen, sondern ein blaues Barett analog zu den Objektschutzstaffeln der Luftwaffe und der Marineschutzkräfte. Die Luftwaffenanteile des Wachbataillons waren damit die erste Einheit der Bundeswehr, welche offiziell das Barett als Kopfbedeckung trugen. Als Infanterieverband ist das Barett in Heeresausführung entsprechend in grün gehalten. Alle Baretts werden jedoch mit dem Barettabzeichen mit dem stilisierten W für "Wachbataillon" auf Eichenlaub getragen. Damit hat das Wachbataillon als einziges Bataillon der Bundeswehr ein eigenes Barettabzeichen. Zur Dienstuniform in Marineausführung tragen die Mannschaften eine Tellermütze mit weißem Bezug und einem Mützenband mit goldenem Namenszug "Wachbataillon".

Das interne Verbandsabzeichen - getragen am Dienst- oder Feldanzug Ausführung Heer oder Luftwaffe sowie am Feldanzug Ausführung Marine zeigt ein stilisiertes gotisches W auf silbernem Grund mit weißem Schild, dass von schwarz-weißen Kranz begrenzt wird. Das am Dienstanzug Ausführung Heer und Luftwaffe am linken Ärmel getragene eigentliche Verbandsabzeichen zeigt seit Aufstellung des Kommandos das Verbandsabzeichen des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr.

Verbandsabzeichen

Verbandsabzeichen


Die Dienstgradabzeichen und Schulterstücke sowie die Dienstgradbezeichnungen entsprechen den Bezeichnungen und Ausführungen der Teilstreitkräfte, denen die Kompanie jeweils „zugeordnet“ ist (siehe unten). Eine Besonderheit ist der Verzicht auf die Dienstgradabzeichen (diagonal verlaufende blaue Streifen auf dem Oberärmel) des Dienstanzuges Ausführung Marine bei den Mannschaftssoldaten. Als Infanterieeinheit wird an der Heeresuniform die Waffenfarbe Grün an den Schulterklappen und am Kragenspiegel gezeigt. Zum Protokolldienst sind die Soldaten abweichend von den meisten Einheiten des Heeres und der Luftwaffe mit dem sogenannten Weißkoppelzeug ausgestattet. Neben dem Aramid-Gefechtshelm verfügt das Wachbataillon außerdem für besondere Anlässe wie den Großen Zapfenstreich schwarz lackierte Helme. Zum Protokolldienst werden außerdem besondere Lederstiefel getragen, die im Gegensatz zu den Kampfstiefeln keine Schnürung aufweisen und einen Eisenbeschlag an den Absätzen haben.

Tradition und Herkunft: Das Wachbataillon führt aufgrund einer Ausnahmeregelung zum Traditionserlass die Tradition des königlich-preußischen Ersten Garde-Regiments zu Fuß und der Widerständler des 20. Juli 1944 aus dem (preuß.) 9. Infanterie-Regiment der Reichswehr. Damit ist das Wachbataillon der einzige Bundeswehrverband, der eine geschichtliche Spur bis in das Jahr 1688 zeichnen kann und damit eine Tradition bewahrt, deren Ursprung aus einer Zeit vor Errichtung der Bundeswehr stammt. Sein Leitspruch und Schlachtruf ist daher in Anlehnung an das Erste Garde-Regiment: „Semper Talis“ (lat.: „Immer gleich“ oder auch „Immer vortrefflich“). Das 1. Bataillon dieses Regiments führte den Spruch im Helmzierat. Durch die Fortführung dieser Tradition ist das Wachbataillon eng mit dem Semper talis Bund (StB), dem Haus Hohenzollern und dem von Rohdich’schen Legatenfonds verbunden.